Vor dem Aufenthalt in der Frührehabilitation

Vor dem Aufenthalt in der Frührehabilitation

In der MEDICLIN Klinik Reichshof bieten wir in unserem Akutkrankenhaus eine neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation und die Entwöhnung von der maschinellen Beatmung (Weaning) an. Wir orientieren uns dabei am neurologischen Phasenmodell der Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation (BAR).

Intensivmedizinische Therapie

Bei der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation (Phase B) handelt es sich um eine intensivmedizinische Therapie mit intensiver Pflege für Patienten mit akuten, schweren neurologischen Beeinträchtigungen, z.B. nach einem Schlaganfall oder Kopfverletzungen. Patienten, die in unsere Frührehabilitation kommen, wurden zuvor in Phase A in einem speziellen Schlaganfallzentrum (stroke unit) oder in der Neurochirurgie behandelt.

Für wen kommt eine Frührehabilitation (Phase B) infrage?

Die Frührehabilitation (Phase B) und ggf. Weaning richten sich an Patienten mit folgenden Krankheitsbildern und Beeinträchtigungen:

  • Ausgeprägte Bewusstseinsstörung oder Bewusstlosigkeit inkl. Wachkoma
  • Schwerste Hirnschädigung oder Hirnfunktionsstörung
  • Andere schwere neurologische Störungen mit intensivmedizinischem Behandlungsbedarf
  • Vorliegen eines Frühreha-Barthel-Index (nach Schönle) von unter 30 Punkten. Dieser Index ist ein Punktesystem, um die noch vorhandenen Fähigkeiten eines Patienten bzw. im Umkehrschluss seine Behandlungs-, Hilfs- und Pflegebedürftigkeit zu erfassen.

Mögliche Ursachen für die Krankheitsbilder und Beeinträchtigungen sind:

  • Schlaganfälle (Hirninfarkte, Hirnblutungen)
  • Schwere Kopfverletzungen, die auch das Gehirn betreffen (Schädel-Hirn-Traumen)
  • Hirnschäden durch Sauerstoffmangel (z.B. nach Herzstillstand)
  • Zustand nach operativen Eingriffen
  • Tumoren
  • Rückenmarkserkrankungen
  • Schwere Nervenerkrankungen oder -schädigungen
  • Muskelerkrankungen
  • Entzündungen (inkl. Multiple Sklerose)
  • Durch Alterung oder Verschleiß bedingte Krankheiten
  • Neurodegenerative Erkrankungen (z.B. Morbus Parkinson)
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Frührehabilitation und Beatmungsentwöhnung (Weaning)

Im Akutkrankenhaus der MEDICLIN Klinik Reichshof arbeiten in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation (Phase B) erfahrene Spezialisten und Fachkräfte interdisziplinär zusammen. Zu diesem Team gehören Ärzte, Pflegetherapeuten, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Neuropsychologen, Logopäden, Masseure, Sporttherapeuten und Sozialarbeiter. Unser Ziel ist die optimale Versorgung und Förderung unserer Patienten.

Bei Patienten, die nicht oder nur eingeschränkt kommunikationsfähig sind, legen wir großen Wert auf den Kontakt und die intensive Kommunikation mit den Angehörigen. Grundsätzlich ist uns der Austausch über die Bedürfnisse, den Krankheitsverlauf und die Fortschritte des Patienten, falls möglich, mit dem Patienten selbst oder seinen Angehörigen während des gesamten Aufenthalts sehr wichtig.

Therapieziele

In der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation der Phase B arbeiten wir darauf hin, die Bewusstseinslage, die Atmung und die Kommunikationsfähigkeit des Patienten zu verbessern. Darüber hinaus trainieren wir mit dem Patienten in kleinen Schritten Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie die Kontrolle über die Ausscheidungsfunktionen.

Diagnostik- und Therapieangebot

Am Anfang der Frührehabilitation stehen Diagnostik und Bestandsaufnahme der Beschwerden und Beeinträchtigungen im Einzelfall. Die Untersuchungen führen wir je nach individuellem Krankheitsbild durch:

  • Röntgen und Computertomografie (dreidimensionales Röntgen)
  • Tests der Nervenfunktionen in allen Körperbereichen mit modernen neurophysiologischen Methoden. Dazu gehören Aufzeichnung der Gehirnströme (EEG), der elektrischen Muskelaktivität (EMG) oder der Hirnstammreflexe.
  • Ultraschalldiagnostik, auch Ultraschalluntersuchungen der Blutgefäße mit Farbduplex und Doppler
  • Endoskopische Schluckdiagnostik (FEES) samt Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung mit Minikamera) und Videofluoroskopie (radiologische Schluckdiagnostik)
  • Logopädische Diagnostik von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen
  • Neuropsychologische Diagnostik

Je nach individuellem Krankheitsbild stellen wir für jeden Patienten einen persönlichen Therapieplan zusammen, den wir an seine Fortschritte anpassen und der in der Frührehabilitation folgende Maßnahmen umfassen kann:

  • Sprach- und Schlucktherapie
  • Neuropsychologische Therapie
  • Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage
  • Ergotherapie, u.a. mit Alltagstraining und kognitivem Training
  • Physikalische Therapieverfahren

Anmeldung zu Frührehabilitation der Phase B

Unsere Patienten werden in der Regel direkt vom erstbehandelnden Krankenhaus zur neurologisch- neurochirurgischen Frührehabilitation (Phase B) und Beatmungsentwöhnung in unser Akutkrankenhaus verlegt. Für die reguläre Direktverlegung von Krankenhaus zu Krankenhaus wird kein „Reha-Antrag“ an den Kostenträger benötigt. Die Anmeldung bei uns und die Vereinbarung des Aufnahmetermins übernimmt in der Regel das Erstkrankenhaus in Rücksprache mit dem Patienten. Falls dies nicht möglich ist, in Absprache mit den Angehörigen oder dem gesetzlichen Vertreter des Patienten.

Unsere Klinik hält sowohl Weaning-Betten, als auch Phase-B-Betten vor. Das erstbehandelnde Krankenhaus sollte Weaning-Patienten daher explizit für solche Betten in unserer Klinik anmelden. Sollte der Patient während einer laufenden Anmeldung bereits im Einweiserkrankenhaus vollständig von der Beatmung entwöhnt worden sein, können wir ihm kein stationäres Weaning-Bett mehr vergeben. Daher bitten wir Sie um stetige Aktualisierung des jeweiligen Beatmungs- und Weaning-Status Ihres angemeldeten Patienten.

Zuweisende Ärzte können sich hier den Anmeldebogen herunterladen.

Patienten und ihren Angehörigen beantworten wir gerne alle Fragen zur Frührehabilitation (Phase B) und zur Beatmungsentwöhnung.

Für Angehörige, die den Patienten begleiten möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bitte erkundigen Sie sich bei unserer Patientenaufnahme, welche Optionen für Sie infrage kommen.

Checkliste Unterlagen

In den meisten Fällen sendet das erstbehandelnde Krankenhaus die erforderlichen Unterlagen bei der Verlegung des Patienten mit. Sollte etwas fehlen, bitten wir die Angehörigen, folgende Dokumente zu komplettieren:

  • Personalausweis
  • Krankenversichertenkarte
  • Sozialversicherungsnummer
  • Bankverbindung mit BIC und IBAN (steht auf Ihrem Kontoauszug)

Gleiches gilt auch für folgende medizinischen Unterlagen, bzw. Medikamente (falls vorhanden):

  • Ausgefüllter medizinischer Fragebogen
  • Arztberichte
  • Röntgenbilder
  • EKG- und Laborbefunde
  • Medikamentenplan, verordnete Medikamente
  • Allergiepass
  • Bescheid über Grad der Behinderung (GdB)

Persönliche Gegenstände; Hilfsmittel und Kleidung

In der Frührehabilitation (Phase B) ist der Bedarf an persönlichen Gegenständen, Kleidung und Hilfsmitteln (Brille, Hörgerät usw.) des Patienten stark von seinen aktuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen abhängig. Bitte fragen Sie beim Pflegepersonal nach, was es empfiehlt. Da das körpereigene Abwehrsystem der Patienten in der Frührehabilitation geschwächt ist, müssen persönliche Kleidung und Gegenständen unter Umständen hygienisch behandelt werden, bevor sie zum Patienten gebracht werden. Bitte fragen Sie auch hier das Pflegepersonal.

Wie Sie uns kontaktieren können

Patientenaufnahme

Anke Modniewski

Anke Modniewski

Patientenaufnahme

MEDICLIN Klinik Reichshof

Sylvia Wenigenrath

Sylvia Wenigenrath

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MEDICLIN Klinik Reichshof