Krankheitsbilder: Entzündungen des zentralen Nervensystems

Krankheitsbilder: Entzündungen des zentralen Nervensystems

In der MEDICLIN Reichshof Klinik behandeln wir akute und chronische Entzündungen des zentralen Nervensystems: Meningitis, Enzephalitis und Multiple Sklerose.

Was sind Enzephalitis und Meningitis?

Enzephalitis und Meningitis sind Bezeichnungen für Entzündungen im Bereich des Zentralen Nervensystems: des Gehirns, der Gehirnhäute und des Rückenmarks.

Enzephalitis (Gehirnentzündung)

Als Enzephalitis bezeichnen Mediziner eine Entzündung des gesamten Gehirn-Gewebes oder Teilen davon. Häufige Verursacher sind Viren.

Eine chronische Entzündungserkrankung, die das gesamte Gehirn und Rückenmark betrifft, ist die Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata. Multiple Sklerose wird nicht von Viren oder Bakterien verursacht, sondern durch eine Störung des Immunsystems.

Meningitis (Hirnhautentzündung)

Die Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute. Auslöser sind meist Bakterien, aber auch Viren und andere Ursachen kommen in Frage.

Ein besonderes Risiko für eine Meningitis haben Menschen mit einem schwachen Immunsystem wie Frühgeborene, Säuglinge und ältere Menschen.

Eine Enzephalitis und eine Meningitis können zusammen auftreten. In diesem Fall sprechen Fachleute von einer Meningoenzephalitis.
Beide Krankheitsformen können plötzlich (akut) auftreten oder sich über einen längeren Zeitraum entwickeln (chronischer Verlauf).

Meningitis und Enzephalitis können schwere gesundheitliche Schäden verursachen. Unbehandelt ist eine durch Bakterien verursachte Meningitis tödlich.
Auch wenn die akute Infektion überstanden ist, sind die Erkrankten oft stark gesundheitlich eingeschränkt.

Impfungen gegen bakterielle und virale Infektionen (z.B. gegen Haemophilus, Pneumokokken, Meningokokken, FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Windpocken, Masern und Tollwut) senken das Risiko für Enzephalitis und Meningitis.

Diese Beschwerden entstehen bei Enzephalitis und Meningitis

Eine Meningitis, die durch Bakterien ausgelöst wurde, beginnt meistens plötzlich. Der Zustand des Betroffenen kann sich innerhalb von Stunden verschlechtern.

Bei einer Enzephalitis entwickeln sich die Beschwerden in der Regel langsamer über mehrere Tage.

Die Krankheitszeichen sind bei Enzephalitis und Meningitis ähnlich:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Fieber
  • steifer Nacken
  • Lichtempfindlichkeit
  • psychische Veränderungen
  • Krampfanfälle
  • Seh- und Hörstörungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Bei Meningitis aufgrund einer Meningokokken-Infektion können kleine Blutungen in der Haut auftreten.

Unbehandelt können Enzephalitis und Meningitis diese lebensbedrohlichen Probleme verursachen:

  • erhöhter Druck und Schwellung des Gehirns
  • starke Krampfanfälle
  • Gehirn-Abszesse
  • Kreislaufversagen

Mögliche Langzeitfolgen von Enzephalitis und Meningitis sind:

  • kognitive Störungen
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Hörschädigungen
  • Muskelschwächen
  • sogenannter Wasserkopf bei Kindern

Wie wir Enzephalitis und Meningitis behandeln

Den Verdacht auf eine Meningitis oder Enzephalitis müssen Sie immer sofort ärztlich abklären lassen; möglichst stationär im Krankenhaus. Denn eine Meningitis muss sofort mit Antibiotika behandelt werden, ansonsten droht Lebensgefahr. Deshalb werden jedem Patienten mit einer Entzündung des Gehirns, bei dem eine bakterielle Meningitis nicht ausgeschlossen werden kann, zunächst Antibiotika verabreicht.

Versorgung auch schwerkranker Patienten

In der MEDICLIN Klinik Reichshof behandeln wir Patienten mit entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Enzephalitis und Meningitis oder mit Beschwerden, die infolge einer solchen Erkrankung aufgetreten sind, in unserer Fachklinik für Neurologie.

Wir therapieren Sie in einem medizinischen Heilverfahren oder in der neurologischen Rehabilitation der Phase C und Phase D.

Schwer erkrankte Patienten versorgen wir in der Klinik für neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation und Weaning (Beatmungsentwöhnung). In dieser sogenannten Phase B können wir Patienten bei Bedarf künstlich beatmen und intensivmedizinisch überwachen. Gleichzeitig beginnen hier unsere Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Neuropsychologen mit der intensiven Frührehabilitation.

Diagnostik

Wenn Sie mit einem Verdacht auf eine Meningitis, Enzephalitis oder auf eine andere entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems in unsere Klinik kommen, untersuchen Sie unsere Fachärzte zunächst sorgfältig. Dazu ist unsere Klinik mit Diagnosegeräten auf dem neusten Stand ausgestattet.
Wenn eine bakterielle Meningitis nicht ausgeschlossen ist, behandeln wir Sie vorbeugend mit Antibiotika, bis die Ursache Ihrer Beschwerden feststeht.

Um eine sichere Diagnose zu stellen, messen wir unter anderem mit speziellen Methoden alle neurologischen Funktionen. Zwingend erforderlich ist eine sogenannte Lumbalpunktion. Dabei entnimmt ein Arzt mit einer Nadel Rückenmarksflüssigkeit. Diese untersucht das Labor auf Krankheitserreger.

Wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, bespricht ein neurologischer Facharzt mit Ihnen die Ergebnisse und das weitere Vorgehen.

Therapie

Während Ihrer Behandlung betreut Sie ein interdisziplinäres Team. Dazu gehören u.a.:

  • Fachärzte
  • Pflegetherapeuten
  • Krankengymnasten
  • Ergotherapeuten
  • Sprach- und Schlucktherapeuten
  • Psychologen und klinische Neuropsychologen (GNP)
  • Physiotherapeuten
  • Sporttherapeuten
  • Masseure und medizinische Bademeister
  • Diätassistenten
  • Sozialarbeiter

Akutbehandlung

Bei einer akuten Enzephalitis oder Meningitis sind die vorrangigen Ziele der Behandlung:

  • Sicherung wichtiger Körperfunktionen (Atmung, Herz-Kreislauf-System)
  • intensivmedizinische Betreuung
  • Linderung von Schmerzen und akuten Beschwerden
  • Behandlung mit Medikamenten (Antibiotika bei bakterieller Infektion, sogenannte virostatische Medikamente bei Viren)

Bei einer Meningokokken-Meningitis sollten sich auch Personen, die mit dem Erkrankten in engem Kontakt waren, vorbeugend mit Antibiotika behandeln lassen.

Rehabilitation

Insbesondere wenn Sie zur Behandlung bei chronischen Beschwerden durch Enzephalitis und Meningitis bei uns sind, richtet sich Ihre Therapie nach einem ganzheitlichen medizinischen und psychosozialen Konzept.

Das bedeutet: Wir behandeln nicht nur Ihre körperlichen Beschwerden. Unsere Ärzte, Therapeuten und Pflegemitarbeiter betrachten Sie als ganzen Menschen. Ihre Therapie berücksichtigt alles, was notwendig ist, damit Sie sich trotz Ihrer Erkrankung wieder möglichst selbstständig in Ihrem familiären und beruflichen Alltag zurechtfinden können. Wichtigstes Ziel der Reha ist es, Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Ihre Rehabilitation bei entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems umfasst:

  • Einstellung von geeigneten Medikamenten
  • Schulungen zur Einnahme und Handhabung Ihrer Medikamente
  • Therapien, die Beschwerden mildern und Sie dabei unterstützen, mit den Folgen der Erkrankung zurechtzukommen: v.a. Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie
  • Schulungen zur Gesundheitsvorsorge
  • psychologische Unterstützung, etwa bei der Krankheitsbewältigung (auch für Angehörige)

Ein in der Rehabilitation erfahrener Facharzt für Neurologie und Psychiatrie plant und kontrolliert Ihre Therapie.

Wenn möglich binden wir Angehörige eng in die Behandlung ein. Wenn gewünscht, nehmen wir diese mit auf. Vorteile dieses sogenannten Rooming in sind:

  • Patienten fühlen sich in Begleitung ihrer Angehörigen sicherer.
  • Beim Rooming in lernen Angehörige, mit einer möglichen Behinderung umzugehen und arbeiten sich unter der Anleitung von Therapeuten und Pflegekräften in die Versorgung und Pflege ein.

Unsere Therapiebausteine

Aktivierende und unterstützende Pflege

Unsere Pflegemitarbeiter unterstützen aktiv die Therapien. Ihre Angehörigen können unter Anleitung in der Pflege mitarbeiten. So lernen sie, wie sie Ihnen bei Bedarf zu Hause Hilfestellung geben können.

Physiotherapie

Unsere Physiotherapeuten fördern Ihre Mobilität und Bewegungsfähigkeit. Die krankengymnastische Abteilung arbeitet u.a. nach dem Bobath-Konzept und auf neurophysiologischer Grundlage. Weitere Behandlungsmethoden sind PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation – Förderung des Zusammenspiels zwischen Rezeptoren, Nerven und Muskeln), Basale Stimulation (Aktivierung der Körper- und Sinneswahrnehmung), Brunkow (Methode zur Verbesserung der Haltung und Bewegungen) und e-Technik (Therapie zur Verbesserung von Bewegungsabläufen) sowie Manuelle Therapie.

Physikalische Therapie

Unsere Therapeuten behandeln gestörte Körperfunktionen gezielt mit physikalischen Mitteln zur Schmerzlinderung: Massagen, Manuelle Lymphdrainage, Elektrotherapie, Inhalation, Thermotherapie, Hydrotherapie und Balneotherapie

Ergotherapie

Unsere Ergotherapeuten leiten Sie dabei an, Alltagsfunktionen zu üben, damit Sie eine größtmögliche Selbstständigkeit erreichen.

Logopädie

In der Logopädie versorgen unsere Therapeuten Sie bei Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sowie bei Lähmungen im Gesichtsbereich. Die Einschränkungen werden mit wissenschaftlich fundierten Maßnahmen und Techniken diagnostiziert und behandelt. Je nach Störungsbild findet die logopädische Therapie in Einzel- und/oder Gruppentherapien statt.

Sporttherapie

Unsere Sporttherapeuten unterstützen Sie dabei, gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen auszugleichen und zu verbessern. Spezielle Übungen verbessern beispielsweise Beweglichkeit und Koordination. Weitere Ziele sind eine allgemeine körperliche Kräftigung, etwa durch Herz-Kreislauftraining.

Neuropsychologie

Mit Diagnose- und Therapiekonzepten, die dem aktuellen wissenschaftlichen Stand angepasst sind, behandeln unsere Neuropsychologen:

  • Orientierungsstörungen
  • Aufmerksamkeitsdefizite
  • Gedächtnis- und Lernprobleme
  • Gesichtsfeldausfälle
  • Augenmotilitäts- und Blickmotorikstörungen
  • Störungen der Handlungsplanung
  • Demenz-Syndrome
  • Affektveränderung
  • fehlende oder gestörte Krankheitseinsicht
  • psychisch falsche Verarbeitung der Krankheitsfolgen

Darüber hinaus beraten unsere Mitarbeiter bei Bedarf Ihre Angehörigen.

Wer Sie behandelt

Dr. med. Jürgen Bonnert

Dr. med. Jürgen Bonnert

Chefarzt der Fachklinik für Neurologie

Privatdozent Dr. med. Bert Bosche

Privatdozent Dr. med. Bert Bosche

Leitender Arzt der Klinik für Neurologisch-neurochirurgische Frühreha & Weaning

Dr. med. Peter Nikolaus Nolte

Dr. med. Peter Nikolaus Nolte

Leitender Oberarzt der Fachklinik für Neurologie

Dr. med. Ute Benner-Kristen

Dr. med. Ute Benner-Kristen

Oberärztin der Fachklinik für Neurologie

Dr. med. Benjamin Lührmann

Dr. med. Benjamin Lührmann

Oberarzt der Fachklinik für Neurologie

Dr. med. Matthias Schmalenbach

Dr. med. Matthias Schmalenbach

Chefarzt der Fachklinik für Pneumologie

Dr. Dr. med. Marek Molcanyi

Dr. Dr. med. Marek Molcanyi

Oberarzt der Klinik für Neurologisch-Neurochirurgische Frührehabilitation

Axel Hellner

Axel Hellner

Therapiekoordinator, Therapieleitung

Dr. Dipl.-Psych. Petra Zimmermann

Dr. Dipl.-Psych. Petra Zimmermann

Leitung Neuropsychologie, Qualitätsbeauftragte

Martina Kaiser

Martina Kaiser

Leitung Logopädie

Carolina Pointke

Carolina Pointke

Leitung Ernährungsberatung

Susanne Rabe

Susanne Rabe

Leitung Sozialdienst

Ansprechpartner

Sylvia Wenigenrath

Sylvia Wenigenrath

Patientenaufnahme

Anke Modniewski

Anke Modniewski

Patientenaufnahme